Apotheke: Säule im Gesundheitssystem

Die Apotheke ist im deutschen Gesundheitssystem unverzichtbar. In der Vor-Ort-Apotheke bekommen Patienten umgehend rezept- oder apothekenpflichtige Medikamente. Doch die Apotheke ist weit mehr: Patienten werden dort – und nur dort – von Angesicht zu Angesicht persönlich beraten und begleitet oder erhalten individuelle Arzneimittel, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Gerade für Kinder gibt es nicht immer Fertigarzneimittel. Diese Lücke in der Gesundheitsversorgung können ausschließlich Apotheken schließen. Jedes Jahr stellen die deutschen Apotheken daher rund 14 Millionen individuelle Rezepturen her. Außerdem haben Apotheken eine wichtige Kontrollfunktion: Sie prüfen die Qualität von Arzneistoffen und schützen Patienten so vor gefährlichen Arzneimittelfälschungen. Apotheken sind für viele Patienten zudem eine wichtige Anlaufstelle bei allen Fragen rund um Arzneimittel und Gesundheit – und erfüllen damit auch eine unverzichtbare soziale Funktion im heilberuflichen Netzwerk. In jeder Stadt, in jeder Gemeinde.

Der Beitrag von Deutschlands Apotheken zu einem der besten Gesundheitssysteme der Welt:

Versorgung 24/7

Eine wichtige Leistung des deutschen Gesundheitssystems ist die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln. Rund 20.000 Apotheken sorgen für eine schnelle Versorgung eines jeden Patienten. Der Botendienst beliefert alle Menschen 250.000 Mal am Tag, denen es nicht möglich ist, die nächste Apotheke aufzusuchen.

Jede Apotheke hält stets einen Vorrat der wichtigsten Arzneimittel bereit. Nicht vorrätige Medikamente können in der Regel innerhalb weniger Stunden beschafft werden. Individuelle Rezepturen werden direkt in der Apotheke von Apothekern oder pharmazeutisch-technischen Assistenten hergestellt.

Auch der Nacht- und Notdienst ist ein wichtiger Bestandteil der Arzneimittelversorgung. Denn: Krankheiten kennen keine Öffnungszeiten. Die fast 500.000 Nacht- und Notdienste pro Jahr stellen sicher, dass Patienten auch nachts und an Feiertagen rechtzeitig ihre Medikamente erhalten.

Beratung

Apothekerinnen und Apotheker beraten persönlich und kompetent – ganz ohne Termine oder Sprechzeiten. Dabei geht die Beratung in der Apotheke über die reine Arzneimittelversorgung hinaus. Apotheker beraten zu Prävention, Ernährung, zur Versorgung auf Reisen und vielem mehr. So können Patienten in ihrer Apotheke Blutzucker und Blutdruck messen lassen oder eine komplexe Ernährungsanalyse mit anschließender Beratung in Anspruch nehmen.

Patienten, besonders solche mit chronischen Erkrankungen, können auf ihren Apotheker als steten Begleiter zählen. Eine Betreuung, die nicht zu unterschätzen ist: Denn die Apotheker kennen sich mit Wechselwirkungen von Medikamenten aus und beraten dazu individuell und zugeschnitten auf die persönliche Lebenssituation der Patienten.

Prüfung

Die kontinuierliche Prüfung der Arzneimittel führt dazu, dass jeder Patient sich auf die Medikamente aus seiner Apotheke verlassen kann. Die Apothekeninhaber in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet, ein Labor zu unterhalten. Dort werden die Arzneimittel geprüft – im Jahr sind das rund sechs Millionen Proben. Auf diese Weise ist die Qualität der Medikamente langfristig gesichert. Die Apotheker leisten dadurch einen wertvollen Beitrag zur Arzneimittelsicherheit und zum Verbraucherschutz.

Auch die Herstellung von Rezepturen, also individuell auf den Patienten und seine Bedürfnisse zugeschnittene Arzneimittel, unterliegt strengen Prüfungsvorschriften. Das Herstellen und Dokumentieren einer Rezeptur ist ein aufwändiger Prozess. Denn bei jeder Herstellung bedarf es einer schriftlichen Herstellungsanweisung sowie eines Herstellungsprotokolls. Rezepturen aus der Apotheke vor Ort sind unverzichtbar: Viele Patienten sind auf ihre persönliche Rezeptur angewiesen, denn nicht für jede Erkrankung gibt es ein fertiges Arzneimittel.